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MONTPELLIER / NIMES / SETE / SERIGNAN / ARLES: Anna Schneiders Ausstellungs-Highlights der FOCUS-Reise

Anna Schneider, Kuratorin am Haus der Kunst München, war Anfang Juli bei der diesjährigen Sommer-Ausgabe des FOCUS-Programms für Bildende Kunst des Institut francais in Südfrankreich unterwegs und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben:

Foto: Frank Bauer, 2016

Ich hatte das Privileg, im Juli 2019 mit einer internationalen Gruppe von Kolleg*innen an fünf inspirierenden, intensiven und heißen Tagen Einblicke in die zeitgenössische Kunstszene Südfrankreichs zu gewinnen, die in vielfacher Weise noch weit über den Sommer hinaus nachwirken. Es ist allgemein bekannt, dass sich ein Großteil des kulturellen Lebens Frankreichs im Zentrum abspielt. Dass Paris ein herausragendes Angebot an kulturellem Leben stellt, steht außer Frage. Und dennoch wird spätestens nach dieser Reise deutlich, dass der Süden Frankreichs neben seinem mediterranen Klima, bezaubernder Landschaft, hervorragendem Essen und Wein, und dem kulturellen Erbe, das sich aus der Diversität der Geschichten seiner Bewohner speist, auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit der Hauptstadt mithalten kann. Denn in den in unmittelbarer Nähe zueinander gelegenen Mittelmeerstädten lebt und arbeitet eine vielfältige, experimentierfreudige und progressive zeitgenössische Kunstszene. Das kulturelle Wirken in seiner Vitalität und Qualität stärker ins Blickfeld von internationalen kuratorischen Projekten zu rücken, war eines der zentralen Anliegen der vom Institut français organisierten Reise zu den Kunstinstitutionen von Montpellier, Nîmes, Sète, Sérignan und Arles.

Einer dieser neuen Hotspots im Süden, den ich exemplarisch herausstellen möchte, ist zweifelsohne das neu eröffnete MOCO, ein ambitioniertes Großprojekt mit dem sich die Stadt Montpellier in geballter Form als ein wichtiges Zentrum für zeitgenössische Kunst auf die internationalen Landkarten profilieren möchte. Der Komplex MOCO ist ein Verbund aus drei unterschiedlichen, teilweise neuen und teilweise bereits existierenden Institutionen, die miteinander vernetzt in die Stadt, die Region und darüber hinaus wirken: Das Hôtel des Collections legt den Schwerpunkt auf Sammlungspräsentationen, das La Panacée hingegen versteht sich als ein Ort interdisziplinärer Ausstellungsproduktion und als Schnittstelle zwischen künstlerischer Produktion und Diskurs und die Kunsthochschule Montpellier Art School (ESBA) soll als dritter Standort insbesondere von der Nähe zu den Institutionen profitieren, in dem sie die Studierenden in die verschiedenen Elemente der Ökonomien einbindet.

Im Juni 2019 eröffnete das neue Herzstück MOCO Hôtel des Collections unter der Leitung des unter anderem als Gründer des Palais de Tokyos und als der diesjährige künstlerische Leiter der Istanbul Biennale bekannten Kritikers und Kurators Nicolas Bourriaud. Konzept des Standorts ist es, sich dem Ausstellen von privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen zu widmen und so zeigt die Eröffnungsausstellung Intimate Distance folgerichtig erstmals Highlights aus der Sammlung des Unternehmers Yasuharu Ishikawa. Die noch junge Sammlung vereint Werke unterschiedlicher Generationen, die unter einer konzeptuellen Prämisse arbeiten. Zu sehen sind international bekannte Größen der Konzeptkunst wie Marcel Broodthaers, On Kawara, Lawrence Weiner, neben weiteren etablierten Künstlern wie Félix González-Torres, Pierre Huyghe, Danh Vo und jüngeren Positionen, die ebenfalls in der Tradition der Konzeptkunst stehen wie die von Simon Fujiwara, Haroon Mirza oder Rachel Rose.

Pierre Huyghe, Untitled (Human Mask), 2014, Fondation Ishikawa, Okayama, Courtesy der Künstler, Esther Schipper, Berlin, und Anna Lena Films, Paris © Pierre Huyghe

Über die institutionellen Standorte hinaus will MOCO als Teil seines Eröffnungsprogramms auch die Stadt und die Straße selbst erobern. Eine Vielzahl von überwiegend französischen Künstler*innen sind in 100 Artists in the City-ZAT 2019 in Geschäften, Cafés und dem öffentlichen Raum zu entdecken. Mein persönlicher Favorit unter ihnen war die dauerhaft angelegte Bodenarbeit von Abdelkader Benchamma (geboren 1975 in Mazamet, Frankreich) auf dem von Anwohnern genutzten Mittelstreifen einer Straße.

Abdelkader Benchamma, 100 Artists in the City-ZAT 2019, Fotos: Anna Schneider

Die Strategie von 100 Artists in the City-ZAT 2019, den Stadtraum als Orte für Kunstprojekte zu nutzen, ist selbstverständlich kein neues kulturpolitisches Instrument und wird als Strategie oftmals in Großausstellungsprojekten wie Biennalen wirkungsvoll nach Innen als auch nach Außen angewendet. Auch in Montpellier gelingt es so sowohl in den Mikrokosmos des lokalen kulturellen Lebens hineinzuwirken als auch kulturtouristische Anreize zu bieten. Die Ergänzung und Neuplatzierung der Kulturlandschaft von Montpellier trägt sicherlich dazu bei, einer Stadt, die ohne Zweifel viel kulturelles Leben von Museen, Tanz, Theater, Musik bis hin zu den Festivals bietet, mehr internationale Strahlkraft zu verleihen. Ob sich der innovative Ansatz von MOCO Hôtel de Collections dauerhaft als tragfähig erweist und durchzuhalten ist, wird sich zeigen. Als geglückt darf aber in jedem Fall die (innen- und landschafts-)architektonische Renovierung und Neuinterpretation des alten Hotelgebäudes gewertet werden, genauso wie der Impuls, mit einem neuen konzeptuellen Ansatz etablierte Institutionsstrukturen wie die Nutzung von Museen zu überdenken. In jedem Fall lohnt es sich in die Stadt wieder zu kommen. Um zu sehen welche Resonanz die neuen Institutionen der Stadt haben und zu sehen, wie der von Bertrand Lavier im Hotel de Collections angelegte Garten Jardin des cinq continents wächst.

Doch auch die anderen Städte der Region haben in ihren Ausstellungshäusern ein erstklassiges Programm zu bieten: In Nîmes zeigt das von Sir Norman Foster entworfene Carré d’Art seine zeitgenössische Kunstsammlung von den 1960er-Jahren bis heute und präsentiert darüber hinaus Wechselausstellungen, in denen mediterrane Identität eine der Schwerpunkte bildet. Die facettenreiche Präsentation von Fragmente des Künstlers Rayyane Tabet (geboren 1983 in Achqout, Libanon), die eine archäologische Ausgrabung in Syrien unter der Leitung von Max von Oppenheim und deren Verbindung mit der Familie des Künstlers erforscht, ist hierfür ein perfektes Bespiel.

Rayyane Tabet, Foto: Anna Schneider

Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung Free Trade von Mohamed Bourouissa (geboren 1978 in Blida, Algerien), die als Teil der Les Recontres d‘ Arles in einem Monoprix-Supermarkt zu finden ist.  Die Ausstellung orientiert sich in ihrer Choreografie selbst an dem innenarchitektonischen Prinzip eines Supermarkts und gibt einen exzellenten Überblick über die Arbeit des Künstlers aus den letzten Jahren. Die Wahl des Ortes erscheint insbesondere deshalb treffend, da sich die Frage nach Wertkreisläufen wie ein roter Faden durch Bourouissas Werk läuft.

Mohamed Bourouissa, Foto: Anna Schneider

Im CRAC Occitanie in Sète begeisterte mich regelrecht die Ausstellung Tu m’accompagneras à la plage?. Schon das Gebäude ist beeindruckend: das ursprüngliche Kühlhaus für die Konservierung von Fisch am Ufer des Canal Royal wurde 1997 als Ausstellungshalle mit 1.200 Quadratmetern umgebaut und hat seinen rohen industriellen Charme auch in seiner jetzigen Form erhalten. Die Ausstellung zeigt das interdisziplinäre Werk von Valentine Schlegel, einer Künstlerin aus Sète, die mir zuvor noch kein Begriff war. In ihrem Werk verwirklicht sich tatsächlich der so oft bemühte Wunsch, Kunst und Leben zu vereinen: so existieren keine wertenden Hierarchien zwischen der Schönheit eines Werkzeugs, dem Entwurf eines Theaterkostüms, der Gestaltung eines Ofens, einer Keramikvase, einer Zeichnung oder der Arbeit eines Fischers. 1925 in Sète geboren, studierte sie an der Kunsthochschule in Montpellier und arbeitete dann als Kostümbildnerin, Requisiteurin, Bühnenmalerin und Bühnenbildnerin für das Theaterfestival in Avignon, bevor sie 1945 ins kosmopolitische Paris zog. Aus ihren Werken spricht eine Leichtigkeit und Zugewandtheit der Welt gegenüber und eine Lust, die Schönheit in den Dingen zu sehen, die sich sichtlich auch auf die Kuratorin Hélène Bertin übertragen hat.

Valentine Schlegel: Tu m’accompagneras à la plage ?, CRAC Occitanie 2019, Fotos: Anna Schneider

Ebenso beeindruckend war die Ausstellung Les Chemins du Sud im Musée regional Dd’art contemporain in Sérignan und in der Abtei Fontfroide. Ein dichtes, farbenfrohes und experimentelles Projekt, das der Frage nach alternativen Modernen nachgeht, die sich jenseits der großen Kunstzentren New York und Paris aufzeigen lassen, ein Thema, das selbstverständlich auch für die Region relevant ist. Die Kuratorinnen Emmanuelle Luciani & Charlotte Cosson führen eine Vielzahl von Künstler*innen unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung und Generation vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zusammen und laden uns so auf eine visuelle Reise durch den Süden ein. Der Süden darf hier sowohl örtlich als auch konzeptuell verstanden werden als eine Haltung, die der Peripherie entspringt und mit der damit auch formal eine Art Gegenentwurf zur Moderne entwickelt.

Anna Schneider (geboren 1979 in München) ist seit 2012 Kuratorin am Haus der Kunst in München. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Konzeption und Durchführung von internationalen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Katalogprojekten. Der Fokus ihrer kuratorischen Arbeit liegt auf den globalen Zusammenhängen von Gegenwartskunst unter Berücksichtigung historischer, ökonomischer und politischer Kontexte. Von 2010-2012 war sie am Museum Villa Stuck als Assistenzkuratorin tätig, von 2009-2010 absolvierte sie ein Volontariat an der Platform3 in München. Darüber hinaus realisierte sie eigenständige Ausstellungsprojekte.

Distance intime: Chefs-d'oeuvre de la collection Ishikawa (26.6.-29.9.2019)
MOCO Montpellier

Rayyane Tabet: FRAGMENTS (12.04.-22.09.2019)
Carré d'Art

Mohamed Bourouissa: Free Trade (01.07.-22.09.2019)
Les Rencontres d’Arles

Valentine Schlegel: Tu m'accompagneras à la plage ? (22.06.-29.09.2019)
CRAC (Centre d'Art Contemporain) Occitanie

Les Chemins du Sud, une théorie du mineur (23.06.-03.11.2019)
MRAC (Musée régional d'art contemporain) Occitanie

26 × Bauhaus

100 Jahre Bauhaus: Das Bauhaus im französischen Kontext

(c) E + K

Zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses findet 2019 auf Initiative des Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland eine Wanderausstellung rund um das Erbe dieser Kunstbewegung und dessen Verbindungen zu Frankreich und zur Gegenwartskunst statt. Die Ausstellung wird über das Jahr in verschiedenen Instituts français in Deutschland präsentiert.

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PAVILLON FRANÇAIS NORDART: SOME OF US

 SOME OF US
Französischer Pavillon bei der « NORDART »
kuratiert von Jérôme Cotinet-Alphaize in Zusammenarbeit mit Marianne Derrien

Virginie Barré, Le rêve géométrique, 2017, film, couleur, sonore, Production : 36secondes/Patrice Goasduff, © Adagp, Paris, 2019

FOCUS : Laëtitia Badaut Haussmann, Julie Béna, Tiphaine Calmettes, Chloé Dugit-Gros, Elsa & Johanna, Sara Favriau, Florentine Ferruel, Aurélie & Guédon, Lola Gonzàlez, Katia Kaméli, Anne Le Trote, Camille Llobet, Marianne Mispelaëre, Eva Nielsen, Aurélie Pétrel, Emilie Pitoiset, Justine Pluvinage, Eva Taulois, Sarah Tritz, Marion Verboom, Léonie Young

Im Rahmen der internationalen Ausstellung NordArt wurde Jérôme Cotinet Alphaize als Kurator eingeladen, den diesjährigen französischen Pavillon zu kuratieren. Im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES wurde Marianne Derrien ausgewählt, als Assistenzkuratorin mitzuarbeiten.

Some of Us wurde als „Statement“, als Stellungnahme zur Generation der aufstrebenden Künstler der letzten zwanzig Jahre.

Charakteristisch für diese Generation ist, dass sie durch zwei soziologische Gruppen definiert wird, die man manchmal gegenüberstellt: einerseits die Generation X, andererseits die beginnende Generation Y, das heißt Künstler, die zwischen 1968 und 1993 geboren wurden. Gemeinsam ist ihnen der endgültige Einstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt und insbesondere – den Platz von Künstlerinnen in der Welt der Kunst.

Die Ausstellung, die ursprünglich als Recherche über das Kunstschaffen in der französischen Szene der letzten zwanzig Jahre konzipiert wurde, möchte eine Geschichte von Künstlerinnen dieser Generationengruppe auf der Grundlage wesentliche soziologischer Veränderungen aufzeigen.

Entsprechend entfaltet sich Some of Us mit der sehr umfangreichen Erfassung der Werdegänge der Künstlerinnen über mehrere Räume im Kunstwerk Carlshütte in Büdelsdorf im Norden von Hamburg, die ausnahmsweise und dank des NordArt-Teams größer sind als der Pavillon, der eigentlich jedes Jahr für das eingeladene Land bestimmt ist: die Ausstellung bietet ein historisches, retrospektives und prospektives Panorama von über 100 Künstlerinnen.

NordArt zeigt jeden Sommer internationale Künstler*innen auf über 22.000m2 und einem Park von 8 Hektar. Hauptkommissar der NordArt ist Wolfgang Gramm.

Eröffnung : 01.06.2019
2.6.2019-13.10.2019

Produktionsleitung: Eternal Network

Mit der freundlichen Unterstützung der ADAGP,  des Institut français Paris, des Institut français Deutschland/Bureau des arts plastiques, Région Centre-Val de Loire, ADIAF, Réseau Documents d’artistes. Mit bestem Dank an alle beteiligten Künstlerinnen für ihr Vertrauen sowie die Leihgeber, Institutionen, Galerien, Stiftungen und Sammler.

Agata Ingarden, The Arm, 2018, vidéo full HD, son

Katia Kameli, Futur, 2014, vidéo HD, © Adagp, Paris, 2019

Nikola Dietrich teilt ihre Eindrücke von Paris mit uns

Dieses Jahr wurde Nikola Dietrich, Direktorin des Kölnischen Kunstverein, gemeinsam mit 14 weiteren internationalen Kurator*innen zum FOCUS-Programm während der FIAC nach Paris eingeladen. Nun teilt sie mit uns ihre Erfahrungen während des Aufenthalts in der französischen Hauptstadt. 

(c) Nikola Dietrich

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Berlin Art Week vom 13. bis zum 17. September 2017

Empfehlungen von Valérie Chartrain, freie Kuratorin in Berlin

Nadira Husain, Milky Way, Tempera auf Ikat-Stoff, 204 × 138 cm, Courtesy die Künstlerin

Nadira Husain, Milky Way, Tempera auf Ikat-Stoff, 204 × 138 cm, Courtesy die Künstlerin

Ich gebe zu, ich freue mich über die alljährliche Wiederkehr der Berlin Art Week, die nun bereits in ihr sechstes Jahr geht. Es gibt nur wenig andere europäische Hauptstädte, die sich so intensiv den diversen künstlerischen Richtungen – Tanz, Musik, Theater usw. – widmet. Die Berlin Art Week steht eine Woche lang für eine Stadt im Rhythmus der zeitgenössischen Kunst. Dieses Jahr macht die traditionelle Messe abc, neben Positions, der neuen Art Berlin Platz. Und dieses neue Berlin zieht mich sogar noch mehr an.

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Fünf Ausstellungstipps in Paris diese Sommer

Die Empfehlungen von Lynhan Balatbat, Kuratorin in SAVVY Contemporary Berlin

Lynhan Balatbat

Allen voran sei erwähnt, dass sechs Tage in einer Metropole wie Paris nicht annähernd Zeit genug sind, um einen umfassenden Einblick in die vielfältige und vielschichtige Kunst- und Kulturszene zu erlangen. Im Rahmen des dichten Programms der FOCUS bildenden Kunst Woche von Institut français (Einladung von internationalen Kuratoren) wurden sehr spannende und zukunftsweisende Projekte präsentiert. Hier eine kurze Zusammenfassung meiner persönlichen Favoriten:

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Thibaut de Ruyters Tipps zum berliner „Gallery Weekend 2017“

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Das „Gallery Weekend“ Berlin ist in den letzten zwölf Jahren zu einem wahren Kunst-Highlight und einer interessanten Alternative zu den traditionellen Messen zeitgenössischer Kunst geworden. Für die deutsche Hauptstadt, der es nie wirklich gelungen ist, ihren Platz in der Welt der bedeutenden internationalen Kunstmessen zu finden, ist die Tatsache, dass über 50 Galerien sich für ein Wochenende (28.-30. April 2017) zusammenschließen, um ihre Ausstellungen zu präsentieren und gemeinsam den künstlerischen Reichtum dieser Stadt zu feiern, eine wunderbare Alternative.

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IN EXTENSO – Boiler Room

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Das Kuratieren im Zeitalter von Nomadismus und Dematerialisierung

Fondation d’entreprise Ricard, Paris
Montag 13. April 2015 14:30 – 18:00 Uhr
Freier Eintritt

Die Fondation d’entreprise Ricard lädt am 13. April das interdisziplinäre Projekt  In Extenso ein. Vom Bureau des arts plastiques et de l’architecture und dem Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) auf den Weg gebracht,  gibt das Projekt  in seiner zweiten Phase den Kuratorinnen Agnès Violeau, Karima Boudou und Céline Poulin die Möglichkeit gemeinsam mit den geladenen Referenten und dem Publikum die aktuellen Praktiken des Kuratierens zu erforschen.

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ZEHN SEHENSWERTE AUSSTELLUNGEN IN FRANKREICH 2015 VON MEHDI BRIT

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Mehdi Brit ist Ausstellungskurator und Kunsthistoriker, Spezialist der Performancekunst und ihrer zeitgenössischen Ausprägungen. Er ist als Chefredakteur der Revue Diapo tätig, arbeitet als mitverantwortlicher Kurator bei der Foire International d’Art Contemporain (In Process), bei Silencio (A Rebours) und für das Festival International d’art de Toulouse (L’Eveil du Printemps).

Er bietet uns eine Auswahl von zehn Ausstellungen, die 2015 keinesfalls zu verpassen sind, an.

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WORKSHOP: PUBLIC SPACE

Workshop In Extenso – Erweitert: Public Space, 27. November 2014 im Deutschen Architektur Zentrum, mit:

– Yildiz Aslandogan, Architektin
– Fabien Bidaut, Architekt
– Alicia Frankovich, Künstlerin
– Judith Lavagna, Kuratorin
– Aude Pariset, Künstlerin
– Joanne Pouzenc, Architektin
– Cailen Pybus, Architekt
– Tanya Ostojic, Künstlerin
– Vanessa Safavi, Künstlerin
– Cathy Larqué, Leiterin des Bureau des arts plastiques
– Matthias Böttger, Kurator im Deutschen Architektur Zentrum

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Marc Bembekoff: Gespräch mit Renaud Auguste-Dormeuil

Collage: Renaud Auguste-Dormeuil, Sans Titre

Collage: Renaud Auguste-Dormeuil, Sans Titre

In seiner postkonzeptuellen künstlerischen Arbeit hinterfragt Renaud  Auguste-Dormeuil die  Paradoxien von Bildern  und  dekonstruiert durch  Medien  vermittelte Stereotypen. Unablässig stellt  er die mediale Bildproduktion und  die unterschwellig transportierten politischen Inhalte  in Frage. Weiterlesen

In Extenso – Erweitert: Public space

Im Rahmen des Projekts In Extenso – Erweitert hat die Kuratorin Céline Poulin den Künstler Jean-Pascal Flavien und der Architekt Markus Miessen zu einer öffentlichen Diskussion am Y-Table des Deutsches Architektur Zentrum eingeladen, um das Thema „Public Space“ zu besprechen.

Céline Poulin © Jana Nowack

Céline Poulin © Jana Nowack

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ARTE CREATIVE – INTERVIEW MIT CÉLINE POULIN

„Ich interessiere mich für Kunst, die verstört“

In einem Interview mit Arte Creative erzählt Céline Poulin über Ihre Arbeit als Kuratorin und über das Projekt In Extenso – Erweitert.

CelinePoulin_1_CreditMarlenMueller© Marlen Müller

Für das dritte Treffen von In Extenso – Erweitert zum Thema Public Space, lädt Céline Poulin am 27. November den Architekt Markus Miessen und den Künstler Jean-Pascal Flavien an den Y-Tisch des DAZ. Gemeinsam werden sie sich den Fragen nähern, welche Wechselwirkung besteht zwischen dem Kunstwerk oder der Architektur und der Vielzahl an Stimmen, die den öffentlichen Raum konstruieren? Wie beeinflusst diese sprachliche Ebene die Beziehung zwischen Künstler, Architekt und der mitwirkenden Öffentlichkeit?  Und welchen Einfluss hat er auf die Akteure selbst?

 

In Extenso – Erweitert #3: öffentliche Diskussion am Donnerstag, 27. November um 19 Uhr

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Im Rahmen von “In Extenso – Erweitert” spricht die Kuratorin Céline Poulin am Y-Table im DAZ mit dem Künstler Jean-Pascal Flavien und dem Architekten Markus Miessen, deren Arbeiten sich an der Grenze von Kunst und Architektur bewegen, über die Zusammenhänge zwischen Sprache und der Konstitution von Raum. Welche Wechselwirkung besteht zwischen dem Kunstwerk oder der Architektur und der Vielzahl an Stimmen, die den öffentlichen Raum konstruieren? Wie beeinflusst dieser diskursive Kontext die Beziehung zwischen Künstler, Architekt und der mitwirkenden Öffentlichkeit? Und welchen Einfluss hat er auf die Akteure selbst?

Künstlerische Leitung: Marc Bembekoff (Freier Kurator), Matthias Böttger (DAZ), Cathy Larqué (Bureau des arts plastiques, Institut français)

Workshop: Social Context

David Hammons, Shoe Tree, 1981

David Hammons, Shoe Tree, 1981

Workshop In Extenso – Erweitert : Sozialer Kontext, 25. September 2014 im Deutschen Architektur Zentrum, mit:

– Karima Boudou, Kuratorin
– Jörg Stollmann, Architekt und Professor
– Bani Abidi, Künstlerin
– Cathy Larqué, Leiterin des Bureau des arts plastiques
– Matthias Böttger, Kurator im Deutschen Architektur Zentrum

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Acht Tipps zur FIAC 2014 von Mouna Mekouar

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Am 23. Oktober öffnet die Kunstmesse FIAC in Paris. Zwischen der Eröffnung der Fondation Louis Vuitton und des Musée Picasso, wird diese Woche reich  an künstlerischen Entdeckungen sein. Mouna Mekouar ist Doktorantin im Bereich Kunstgeschichte und Kuratorin beim Palais de Tokyo seit 2012. Sie hat als Kuratorin an der Vorbereitung der Ausstellung „Formes Simples“ teilgenommen, die bis November im Centre Pompidou-Metz stattfindet. Für Jeunes Commissaires,  verrät Mouna Mekouar acht Tipps zur FIAC.

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Zehn Ausstellungstipps zum europäischen Monat der Fotografie von Sabine Weier

Sabine Weier

Sabine Weier ist freie Autorin und Kuratorin. Während des 6. Europäischen Monats der Fotografie zeigt das Polnische Institut Berlin die von ihr kuratierte Ausstellung „Stocznia/Shipyard“  mit Arbeiten des Dokumentarfotografen Michał Szlaga. Insgesamt 130 Fotografie-Ausstellungen sind zwischen dem 16. Oktober und dem 16. November 2014 in Berlin zu sehen. Für Jeunes Commissaires hat Sabine Weier zehn Tipps zusammengestellt.

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In Extenso – Erweitert: SOZIALER KONTEXT

Im Rahmen des Projekts In Extenso – Erweitert hat die Kuratorin Karima Boudou den Künstler Jimmie Durham und die Architektin Laurence Kimmel zu einer öffentlichen Diskussion am Y-Table des Deutsches Architektur Zentrum eingeladen, um das Thema „Social context“ zu besprechen.

© Gerhard Haug

Karima Boudou  © Gerhard Haug

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Arte Creative: Interview mit Karima Boudou

„Neue Kuratoren braucht das Land Neue Kuratoren braucht das Land: Das deutsch-französische Programm fördert den Nachwuchs“

In einem Interview mit ARTE Creative erzählt Karima Boudou über ihre Arbeit als Kuratorin und über das Projekt In Extenso – Erweitert.

© Marlen Müller

© Marlen Müller

Für das zweite Treffen von In Extenso – Erweitert zum Thema Social Context, lädt Karima Boudou am 25. September den Künstler, Dichter und Schriftsteller Jimmie Durham und die Architektin Laurence Kimmel an den Y-Tisch des DAZ. Gemeinsam werden sie sich den Fragen nähern, wie soziale und politische Prozesse unsere Beziehung zur Umwelt definieren, wie Ästhetik und Architektur darauf reagieren können und wie dies die Idee von uns selbst beeinflusst.

Young Curators Workshop – 8. Berlin Biennale

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Zum fünften Mal lud die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst junge Kuratorinnen und Kuratoren zu einem Workshop ein, um Ideen auszutauschen und Fragen des kuratorischen Diskurses wie auch der kuratorischen Praxis zu diskutieren.

Unter dem Titel The Exhibition: Metamorphosis of a Concept entwickelt María Inés Rodríguez ein  Programm – ausgehend von der Annahme, dass sich mit den Weltausstellungen im  späten 19. Jahrhundert das Format der Ausstellung als autonomer Entität etabliert hat. In diesem Jahr treffen bei dem zehntätigen Programm dreizehn Jungkuratorinnen und Jungkuratoren aus elf verschiedenen Ländern auf eine Reihe von Gästen, darunter Kuratoren und Kuratorinnen, aber auch Experten aus anderen Disziplinen.

Jeunes Commissaires ermöglichte die Teilnahme der französischen Jungkuratorinnen  Mélanie Mermod und Barbara Sirieix  am Young Curators Workshop der 8. Berlin Biennale.

Interview mit Agnès Violeau

Heute startet „In Extenso – Erweitert“: Die Kuratorin Agnès Violeau wird sich gemeinsam mit der Autorin und Philosophin Léa Gauthier sowie dem Künstler Christian Jankowski dem Thema „Performance“ nähern. In Vorbereitung auf die Diskussionsrunde am Y-table des Deutschen Architektur Zentrums DAZ haben wir mit Agnès ein Interview geführt, das nicht nur Einblicke in ihre Definition von Performance und ihr kuratorisches Selbstverständnis gibt: Weiterlesen

Zehn Ausstellungstipps für 2014 von Julienne Lorz und Anna Schneider

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Julienne Lorz und Anna Schneider arbeiten derzeit am  neuen Ausstellungsformat  Capsule Exhibitions  im Haus der Kunst. Die Künstler Mohamed Bourouissa und Tilo Schulz  werden diese im Oktober 2014 mit je einer konzentrierten Präsentation eröffnen. Die Capsule Exhibitions zeigen junge, internationale Positionen mit jeweils neuen Arbeiten.

Wir freuen uns, dass sie ihre Ausstellungstipps mit uns teilen.

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Marlène Perronet © Frank Kleinbach

Interview mit Marlène Perronet

Du hast ein Jahr an der Akademie Schloss Solitude Stuttgart im Rahmen einer Kunstkoordinationsresidenz, die vom Programm Jeunes Commissaires des Institut français unterstützt wird, verbracht. Was konntest Du aus dieser Erfahrung mitnehmen?
Die Momente, die ich mit den Residenten und dem Team der Akademie Schloss Solitude geteilt habe, haben mir gewaltig viel gegeben. Die Zusammenarbeit mit ihnen hat meine Kenntnisse im Bereich Management internationaler Projekte erweitert.

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Zehn Paris Tipps zur Fiac von Anissa Touati und Maud Lourau

Anissa Touati Maud Lourau

Am 23. Oktober öffnet die Kunstmesse Fiac in Paris. Museen, Kunstvereine, Projekträume und Stiftungen zeigen jetzt die Höhepunkte aus ihrem Jahresprogramm.  Drei Pariser Kuratoren nennen für JEUNES COMMISSAIRES ihre zehn Top-Ausstellungen und Locations während der Kunstwoche: Der zweite Teil mit Tipps von Maud Lourau und Anissa Touati. Weiterlesen

Fiac 23. – 27.10.2013, PARIS

Vom 23. bis zum 27. Oktober öffnet die Kunstmesse Fiac in Paris ihre Pforten. Museen, Kunstvereine, Projekträume und Stiftungen zeigen parallel dazu die Höhepunkte aus ihrem Jahresprogramm. Für JEUNES COMMISSAIRES haben drei Pariser Kuratoren ihre zehn Top-Ausstellungen und Locations verraten: Maud Lourau und Anissa Touati sowie Marc Bembekoff.

 

Zehn Paris-Tipps von Marc Bembekoff zur Fiac

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Am 23. Oktober öffnet die Kunstmesse Fiac in Paris. Museen, Kunstvereine, Projekträume und Stiftungen zeigen jetzt die Höhepunkte aus ihrem Jahresprogramm. Drei Pariser Kuratoren nennen ihre zehn Top-Ausstellungen und Locations während der Kunstwoche. Heute ist das der freie Kurator Marc Bembekoff. Weiterlesen

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Interview mit Jeanne Dreyfus-Daboussy

Was für Erwartungen haben Sie an den Workshop „Jeunes Commissaires“ in dieser Woche?
Mir geht es um Begegnungen. Ich nutze den Workshop, um die Berliner Kunstszene zu entdecken und mich von ihrer Dynamik anstecken zu lassen und mich in einer offenen Reflexion über Ausstellungsfragen auszutauschen.

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Interview mit Shanaynay

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The Institut français / Bureau des Arts plastiques, partner of this year’s abc art berlin contemporary, enables the participation of French project spaces in the context of JEUNES COMMISSAIRES. Invited by abc director, Maike Cruse, the collective Shanaynay will curate a program spanning 15 project spaces, including the French Treize and Bétonsalon at UPCOMING EXHIBITIONS – a temporary format, which will reflect on its own terms of exhibiting, to be presented at abc. Read the interview with them by Cathy Larqué:
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Interview mit Anaëlle Pirat-Taluy

Wie hat Ihre Ausbildung als Künstlerin Ihre berufliche Laufbahn beeinflusst?
Während meines Studiums der Bildenden Künste habe ich fast keine Werke geschaffen. Meine Diplomprüfung bestand aus einer Konferenz mit Dokumenten zu nie realisierten Arbeiten. Ich habe mich als Kunstkritikerin präsentiert und habe über meine künstlerische Arbeit gesprochen, als wäre es die eines anderen.

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Interview mit Karima Boudou

An welchem Punkt Ihrer Laufbahn kam der Gedanke an „Konservierung“ auf?
Ich habe ein klassisches Studium der Kunstgeschichte absolviert. Während meines Masters in Konservierung, in Rennes, begegnete mir dann dieses Vokabular, also in einem sehr akademischen Umfeld.

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Unsere Stickerbögen sind angekommen!

Ab morgen könnt ihr auf der abc art berlin contemporary damit zum JEUNE COMMISSAIRE werden! Außerdem liegen die Flyer auch im KW Institute for Contemporary Art, dem n.b.k. Neuer Berliner Kunstverein, der Bibliothekswohnung, bei Archive Books sowie im Hamburger Bahnhof  und der Neuen Nationalgalerie aus.

Interview mit Fabienne Bideaud

„Curating is the new criticism“?
Ich würde eher sagen, dass Kuratieren eine neue Form des Ausdrucks und des Experimentierens ist, mit der man viele Ideen beeinflussen kann. Wir müssen jedoch aufpassen, wie wir diese dann verwenden. Weiterlesen

Interview mit Arlène Berceliot Courtin

Wenn man das Wort „Kuratieren“ im Sinne des englischen „to care“ versteht, worum kümmern Sie sich dann im Moment?
Ich kümmere mich in erster Linie um die Künstler. Für mich besteht die Aufgabe des Kurators / der Kuratorin vor allem darin, Sorge zu tragen. Konkret bedeutet das viele Gespräche und anschließend die Umsetzung des Gesagten. D.h. dafür zu sorgen, dass man das richtige Format findet, damit die Ideen des Künstlers Form annehmen können.

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Was ist eigentlich ein Kurator? Commissaire ou curateur? Am I a curator?

Nicht nur, dass wir uns diese und andere Fragen stellen, auch und vor allem interessiert uns: Wer steckt heutzutage eigentlich dahinter – hinter der Bezeichnung „Kurator“. Wer sind die „Curators“, die gegenwärtig den Diskurs des Kuratorischen bestimmen? Wie bringen sie ihr Wirken in der internationalen Kunstwelt zum Ausdruck.
Herzlich Willkommen im Journal von JEUNES COMMISSAIRES – einem Programm des Institut français / Bureau des arts plastiques, welches in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation, neue Wege der Unterstützung für junge Kuratoren in Deutschland und Frankreich einschlägt. Weiterlesen