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Neue Wege in der Unterstützung junger Kuratoren in Frankreich und Deutschland

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Journal

MONTPELLIER / NIMES / SETE / SERIGNAN / ARLES: Anna Schneiders Ausstellungs-Highlights der FOCUS-Reise

Anna Schneider, Kuratorin am Haus der Kunst München, war Anfang Juli bei der diesjährigen Sommer-Ausgabe des FOCUS-Programms für Bildende Kunst des Institut francais in Südfrankreich unterwegs und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben:

Foto: Frank Bauer, 2016

Ich hatte das Privileg, im Juli 2019 mit einer internationalen Gruppe von Kolleg*innen an fünf inspirierenden, intensiven und heißen Tagen Einblicke in die zeitgenössische Kunstszene Südfrankreichs zu gewinnen, die in vielfacher Weise noch weit über den Sommer hinaus nachwirken. Es ist allgemein bekannt, dass sich ein Großteil des kulturellen Lebens Frankreichs im Zentrum abspielt. Dass Paris ein herausragendes Angebot an kulturellem Leben stellt, steht außer Frage. Und dennoch wird spätestens nach dieser Reise deutlich, dass der Süden Frankreichs neben seinem mediterranen Klima, bezaubernder Landschaft, hervorragendem Essen und Wein, und dem kulturellen Erbe, das sich aus der Diversität der Geschichten seiner Bewohner speist, auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit der Hauptstadt mithalten kann. Denn in den in unmittelbarer Nähe zueinander gelegenen Mittelmeerstädten lebt und arbeitet eine vielfältige, experimentierfreudige und progressive zeitgenössische Kunstszene. Das kulturelle Wirken in seiner Vitalität und Qualität stärker ins Blickfeld von internationalen kuratorischen Projekten zu rücken, war eines der zentralen Anliegen der vom Institut français organisierten Reise zu den Kunstinstitutionen von Montpellier, Nîmes, Sète, Sérignan und Arles.

Einer dieser neuen Hotspots im Süden, den ich exemplarisch herausstellen möchte, ist zweifelsohne das neu eröffnete MOCO, ein ambitioniertes Großprojekt mit dem sich die Stadt Montpellier in geballter Form als ein wichtiges Zentrum für zeitgenössische Kunst auf die internationalen Landkarten profilieren möchte. Der Komplex MOCO ist ein Verbund aus drei unterschiedlichen, teilweise neuen und teilweise bereits existierenden Institutionen, die miteinander vernetzt in die Stadt, die Region und darüber hinaus wirken: Das Hôtel des Collections legt den Schwerpunkt auf Sammlungspräsentationen, das La Panacée hingegen versteht sich als ein Ort interdisziplinärer Ausstellungsproduktion und als Schnittstelle zwischen künstlerischer Produktion und Diskurs und die Kunsthochschule Montpellier Art School (ESBA) soll als dritter Standort insbesondere von der Nähe zu den Institutionen profitieren, in dem sie die Studierenden in die verschiedenen Elemente der Ökonomien einbindet.

Im Juni 2019 eröffnete das neue Herzstück MOCO Hôtel des Collections unter der Leitung des unter anderem als Gründer des Palais de Tokyos und als der diesjährige künstlerische Leiter der Istanbul Biennale bekannten Kritikers und Kurators Nicolas Bourriaud. Konzept des Standorts ist es, sich dem Ausstellen von privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen zu widmen und so zeigt die Eröffnungsausstellung Intimate Distance folgerichtig erstmals Highlights aus der Sammlung des Unternehmers Yasuharu Ishikawa. Die noch junge Sammlung vereint Werke unterschiedlicher Generationen, die unter einer konzeptuellen Prämisse arbeiten. Zu sehen sind international bekannte Größen der Konzeptkunst wie Marcel Broodthaers, On Kawara, Lawrence Weiner, neben weiteren etablierten Künstlern wie Félix González-Torres, Pierre Huyghe, Danh Vo und jüngeren Positionen, die ebenfalls in der Tradition der Konzeptkunst stehen wie die von Simon Fujiwara, Haroon Mirza oder Rachel Rose.

Pierre Huyghe, Untitled (Human Mask), 2014, Fondation Ishikawa, Okayama, Courtesy der Künstler, Esther Schipper, Berlin, und Anna Lena Films, Paris © Pierre Huyghe

Über die institutionellen Standorte hinaus will MOCO als Teil seines Eröffnungsprogramms auch die Stadt und die Straße selbst erobern. Eine Vielzahl von überwiegend französischen Künstler*innen sind in 100 Artists in the City-ZAT 2019 in Geschäften, Cafés und dem öffentlichen Raum zu entdecken. Mein persönlicher Favorit unter ihnen war die dauerhaft angelegte Bodenarbeit von Abdelkader Benchamma (geboren 1975 in Mazamet, Frankreich) auf dem von Anwohnern genutzten Mittelstreifen einer Straße.

Abdelkader Benchamma, 100 Artists in the City-ZAT 2019, Fotos: Anna Schneider

Die Strategie von 100 Artists in the City-ZAT 2019, den Stadtraum als Orte für Kunstprojekte zu nutzen, ist selbstverständlich kein neues kulturpolitisches Instrument und wird als Strategie oftmals in Großausstellungsprojekten wie Biennalen wirkungsvoll nach Innen als auch nach Außen angewendet. Auch in Montpellier gelingt es so sowohl in den Mikrokosmos des lokalen kulturellen Lebens hineinzuwirken als auch kulturtouristische Anreize zu bieten. Die Ergänzung und Neuplatzierung der Kulturlandschaft von Montpellier trägt sicherlich dazu bei, einer Stadt, die ohne Zweifel viel kulturelles Leben von Museen, Tanz, Theater, Musik bis hin zu den Festivals bietet, mehr internationale Strahlkraft zu verleihen. Ob sich der innovative Ansatz von MOCO Hôtel de Collections dauerhaft als tragfähig erweist und durchzuhalten ist, wird sich zeigen. Als geglückt darf aber in jedem Fall die (innen- und landschafts-)architektonische Renovierung und Neuinterpretation des alten Hotelgebäudes gewertet werden, genauso wie der Impuls, mit einem neuen konzeptuellen Ansatz etablierte Institutionsstrukturen wie die Nutzung von Museen zu überdenken. In jedem Fall lohnt es sich in die Stadt wieder zu kommen. Um zu sehen welche Resonanz die neuen Institutionen der Stadt haben und zu sehen, wie der von Bertrand Lavier im Hotel de Collections angelegte Garten Jardin des cinq continents wächst.

Doch auch die anderen Städte der Region haben in ihren Ausstellungshäusern ein erstklassiges Programm zu bieten: In Nîmes zeigt das von Sir Norman Foster entworfene Carré d’Art seine zeitgenössische Kunstsammlung von den 1960er-Jahren bis heute und präsentiert darüber hinaus Wechselausstellungen, in denen mediterrane Identität eine der Schwerpunkte bildet. Die facettenreiche Präsentation von Fragmente des Künstlers Rayyane Tabet (geboren 1983 in Achqout, Libanon), die eine archäologische Ausgrabung in Syrien unter der Leitung von Max von Oppenheim und deren Verbindung mit der Familie des Künstlers erforscht, ist hierfür ein perfektes Bespiel.

Rayyane Tabet, Foto: Anna Schneider

Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung Free Trade von Mohamed Bourouissa (geboren 1978 in Blida, Algerien), die als Teil der Les Recontres d‘ Arles in einem Monoprix-Supermarkt zu finden ist.  Die Ausstellung orientiert sich in ihrer Choreografie selbst an dem innenarchitektonischen Prinzip eines Supermarkts und gibt einen exzellenten Überblick über die Arbeit des Künstlers aus den letzten Jahren. Die Wahl des Ortes erscheint insbesondere deshalb treffend, da sich die Frage nach Wertkreisläufen wie ein roter Faden durch Bourouissas Werk läuft.

Mohamed Bourouissa, Foto: Anna Schneider

Im CRAC Occitanie in Sète begeisterte mich regelrecht die Ausstellung Tu m’accompagneras à la plage?. Schon das Gebäude ist beeindruckend: das ursprüngliche Kühlhaus für die Konservierung von Fisch am Ufer des Canal Royal wurde 1997 als Ausstellungshalle mit 1.200 Quadratmetern umgebaut und hat seinen rohen industriellen Charme auch in seiner jetzigen Form erhalten. Die Ausstellung zeigt das interdisziplinäre Werk von Valentine Schlegel, einer Künstlerin aus Sète, die mir zuvor noch kein Begriff war. In ihrem Werk verwirklicht sich tatsächlich der so oft bemühte Wunsch, Kunst und Leben zu vereinen: so existieren keine wertenden Hierarchien zwischen der Schönheit eines Werkzeugs, dem Entwurf eines Theaterkostüms, der Gestaltung eines Ofens, einer Keramikvase, einer Zeichnung oder der Arbeit eines Fischers. 1925 in Sète geboren, studierte sie an der Kunsthochschule in Montpellier und arbeitete dann als Kostümbildnerin, Requisiteurin, Bühnenmalerin und Bühnenbildnerin für das Theaterfestival in Avignon, bevor sie 1945 ins kosmopolitische Paris zog. Aus ihren Werken spricht eine Leichtigkeit und Zugewandtheit der Welt gegenüber und eine Lust, die Schönheit in den Dingen zu sehen, die sich sichtlich auch auf die Kuratorin Hélène Bertin übertragen hat.

Valentine Schlegel: Tu m’accompagneras à la plage ?, CRAC Occitanie 2019, Fotos: Anna Schneider

Ebenso beeindruckend war die Ausstellung Les Chemins du Sud im Musée regional Dd’art contemporain in Sérignan und in der Abtei Fontfroide. Ein dichtes, farbenfrohes und experimentelles Projekt, das der Frage nach alternativen Modernen nachgeht, die sich jenseits der großen Kunstzentren New York und Paris aufzeigen lassen, ein Thema, das selbstverständlich auch für die Region relevant ist. Die Kuratorinnen Emmanuelle Luciani & Charlotte Cosson führen eine Vielzahl von Künstler*innen unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung und Generation vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zusammen und laden uns so auf eine visuelle Reise durch den Süden ein. Der Süden darf hier sowohl örtlich als auch konzeptuell verstanden werden als eine Haltung, die der Peripherie entspringt und mit der damit auch formal eine Art Gegenentwurf zur Moderne entwickelt.

Anna Schneider (geboren 1979 in München) ist seit 2012 Kuratorin am Haus der Kunst in München. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Konzeption und Durchführung von internationalen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Katalogprojekten. Der Fokus ihrer kuratorischen Arbeit liegt auf den globalen Zusammenhängen von Gegenwartskunst unter Berücksichtigung historischer, ökonomischer und politischer Kontexte. Von 2010-2012 war sie am Museum Villa Stuck als Assistenzkuratorin tätig, von 2009-2010 absolvierte sie ein Volontariat an der Platform3 in München. Darüber hinaus realisierte sie eigenständige Ausstellungsprojekte.

Distance intime: Chefs-d'oeuvre de la collection Ishikawa (26.6.-29.9.2019)
MOCO Montpellier

Rayyane Tabet: FRAGMENTS (12.04.-22.09.2019)
Carré d'Art

Mohamed Bourouissa: Free Trade (01.07.-22.09.2019)
Les Rencontres d’Arles

Valentine Schlegel: Tu m'accompagneras à la plage ? (22.06.-29.09.2019)
CRAC (Centre d'Art Contemporain) Occitanie

Les Chemins du Sud, une théorie du mineur (23.06.-03.11.2019)
MRAC (Musée régional d'art contemporain) Occitanie

PAVILLON FRANÇAIS NORDART: SOME OF US

 SOME OF US
Französischer Pavillon bei der « NORDART »
kuratiert von Jérôme Cotinet-Alphaize in Zusammenarbeit mit Marianne Derrien

Virginie Barré, Le rêve géométrique, 2017, film, couleur, sonore, Production : 36secondes/Patrice Goasduff, © Adagp, Paris, 2019

FOCUS : Laëtitia Badaut Haussmann, Julie Béna, Tiphaine Calmettes, Chloé Dugit-Gros, Elsa & Johanna, Sara Favriau, Florentine Ferruel, Aurélie & Guédon, Lola Gonzàlez, Katia Kaméli, Anne Le Trote, Camille Llobet, Marianne Mispelaëre, Eva Nielsen, Aurélie Pétrel, Emilie Pitoiset, Justine Pluvinage, Eva Taulois, Sarah Tritz, Marion Verboom, Léonie Young

Im Rahmen der internationalen Ausstellung NordArt wurde Jérôme Cotinet Alphaize als Kurator eingeladen, den diesjährigen französischen Pavillon zu kuratieren. Im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES wurde Marianne Derrien ausgewählt, als Assistenzkuratorin mitzuarbeiten.

Some of Us wurde als „Statement“, als Stellungnahme zur Generation der aufstrebenden Künstler der letzten zwanzig Jahre.

Charakteristisch für diese Generation ist, dass sie durch zwei soziologische Gruppen definiert wird, die man manchmal gegenüberstellt: einerseits die Generation X, andererseits die beginnende Generation Y, das heißt Künstler, die zwischen 1968 und 1993 geboren wurden. Gemeinsam ist ihnen der endgültige Einstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt und insbesondere – den Platz von Künstlerinnen in der Welt der Kunst.

Die Ausstellung, die ursprünglich als Recherche über das Kunstschaffen in der französischen Szene der letzten zwanzig Jahre konzipiert wurde, möchte eine Geschichte von Künstlerinnen dieser Generationengruppe auf der Grundlage wesentliche soziologischer Veränderungen aufzeigen.

Entsprechend entfaltet sich Some of Us mit der sehr umfangreichen Erfassung der Werdegänge der Künstlerinnen über mehrere Räume im Kunstwerk Carlshütte in Büdelsdorf im Norden von Hamburg, die ausnahmsweise und dank des NordArt-Teams größer sind als der Pavillon, der eigentlich jedes Jahr für das eingeladene Land bestimmt ist: die Ausstellung bietet ein historisches, retrospektives und prospektives Panorama von über 100 Künstlerinnen.

NordArt zeigt jeden Sommer internationale Künstler*innen auf über 22.000m2 und einem Park von 8 Hektar. Hauptkommissar der NordArt ist Wolfgang Gramm.

Eröffnung : 01.06.2019
2.6.2019-13.10.2019

Produktionsleitung: Eternal Network

Mit der freundlichen Unterstützung der ADAGP,  des Institut français Paris, des Institut français Deutschland/Bureau des arts plastiques, Région Centre-Val de Loire, ADIAF, Réseau Documents d’artistes. Mit bestem Dank an alle beteiligten Künstlerinnen für ihr Vertrauen sowie die Leihgeber, Institutionen, Galerien, Stiftungen und Sammler.

Agata Ingarden, The Arm, 2018, vidéo full HD, son

Katia Kameli, Futur, 2014, vidéo HD, © Adagp, Paris, 2019

Nikola Dietrich teilt ihre Eindrücke von Paris mit uns

Dieses Jahr wurde Nikola Dietrich, Direktorin des Kölnischen Kunstverein, gemeinsam mit 14 weiteren internationalen Kurator*innen zum FOCUS-Programm während der FIAC nach Paris eingeladen. Nun teilt sie mit uns ihre Erfahrungen während des Aufenthalts in der französischen Hauptstadt. 

(c) Nikola Dietrich

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Berlin Art Week vom 13. bis zum 17. September 2017

Empfehlungen von Valérie Chartrain, freie Kuratorin in Berlin

Nadira Husain, Milky Way, Tempera auf Ikat-Stoff, 204 × 138 cm, Courtesy die Künstlerin

Nadira Husain, Milky Way, Tempera auf Ikat-Stoff, 204 × 138 cm, Courtesy die Künstlerin

Ich gebe zu, ich freue mich über die alljährliche Wiederkehr der Berlin Art Week, die nun bereits in ihr sechstes Jahr geht. Es gibt nur wenig andere europäische Hauptstädte, die sich so intensiv den diversen künstlerischen Richtungen – Tanz, Musik, Theater usw. – widmet. Die Berlin Art Week steht eine Woche lang für eine Stadt im Rhythmus der zeitgenössischen Kunst. Dieses Jahr macht die traditionelle Messe abc, neben Positions, der neuen Art Berlin Platz. Und dieses neue Berlin zieht mich sogar noch mehr an.

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Fünf Ausstellungstipps in Paris diese Sommer

Die Empfehlungen von Lynhan Balatbat, Kuratorin in SAVVY Contemporary Berlin

Lynhan Balatbat

Allen voran sei erwähnt, dass sechs Tage in einer Metropole wie Paris nicht annähernd Zeit genug sind, um einen umfassenden Einblick in die vielfältige und vielschichtige Kunst- und Kulturszene zu erlangen. Im Rahmen des dichten Programms der FOCUS bildenden Kunst Woche von Institut français (Einladung von internationalen Kuratoren) wurden sehr spannende und zukunftsweisende Projekte präsentiert. Hier eine kurze Zusammenfassung meiner persönlichen Favoriten:

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26 × Bauhaus

100 Jahre Bauhaus: Das Bauhaus im französischen Kontext

(c) E + K

Zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses findet 2019 auf Initiative des Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland eine Wanderausstellung rund um das Erbe dieser Kunstbewegung und dessen Verbindungen zu Frankreich und zur Gegenwartskunst statt. Die Ausstellung wird über das Jahr in verschiedenen Instituts français in Deutschland präsentiert.

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Projekte

26 × Bauhaus

100 Jahre Bauhaus: Das Bauhaus im französischen Kontext

(c) E + K

Zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses findet 2019 auf Initiative des Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland eine Wanderausstellung rund um das Erbe dieser Kunstbewegung und dessen Verbindungen zu Frankreich und zur Gegenwartskunst statt. Die Ausstellung wird über das Jahr in verschiedenen Instituts français in Deutschland präsentiert.

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PAVILLON FRANÇAIS NORDART: SOME OF US

 SOME OF US
Französischer Pavillon bei der « NORDART »
kuratiert von Jérôme Cotinet-Alphaize in Zusammenarbeit mit Marianne Derrien

Virginie Barré, Le rêve géométrique, 2017, film, couleur, sonore, Production : 36secondes/Patrice Goasduff, © Adagp, Paris, 2019

FOCUS : Laëtitia Badaut Haussmann, Julie Béna, Tiphaine Calmettes, Chloé Dugit-Gros, Elsa & Johanna, Sara Favriau, Florentine Ferruel, Aurélie & Guédon, Lola Gonzàlez, Katia Kaméli, Anne Le Trote, Camille Llobet, Marianne Mispelaëre, Eva Nielsen, Aurélie Pétrel, Emilie Pitoiset, Justine Pluvinage, Eva Taulois, Sarah Tritz, Marion Verboom, Léonie Young

Im Rahmen der internationalen Ausstellung NordArt wurde Jérôme Cotinet Alphaize als Kurator eingeladen, den diesjährigen französischen Pavillon zu kuratieren. Im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES wurde Marianne Derrien ausgewählt, als Assistenzkuratorin mitzuarbeiten.

Some of Us wurde als „Statement“, als Stellungnahme zur Generation der aufstrebenden Künstler der letzten zwanzig Jahre.

Charakteristisch für diese Generation ist, dass sie durch zwei soziologische Gruppen definiert wird, die man manchmal gegenüberstellt: einerseits die Generation X, andererseits die beginnende Generation Y, das heißt Künstler, die zwischen 1968 und 1993 geboren wurden. Gemeinsam ist ihnen der endgültige Einstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt und insbesondere – den Platz von Künstlerinnen in der Welt der Kunst.

Die Ausstellung, die ursprünglich als Recherche über das Kunstschaffen in der französischen Szene der letzten zwanzig Jahre konzipiert wurde, möchte eine Geschichte von Künstlerinnen dieser Generationengruppe auf der Grundlage wesentliche soziologischer Veränderungen aufzeigen.

Entsprechend entfaltet sich Some of Us mit der sehr umfangreichen Erfassung der Werdegänge der Künstlerinnen über mehrere Räume im Kunstwerk Carlshütte in Büdelsdorf im Norden von Hamburg, die ausnahmsweise und dank des NordArt-Teams größer sind als der Pavillon, der eigentlich jedes Jahr für das eingeladene Land bestimmt ist: die Ausstellung bietet ein historisches, retrospektives und prospektives Panorama von über 100 Künstlerinnen.

NordArt zeigt jeden Sommer internationale Künstler*innen auf über 22.000m2 und einem Park von 8 Hektar. Hauptkommissar der NordArt ist Wolfgang Gramm.

Eröffnung : 01.06.2019
2.6.2019-13.10.2019

Produktionsleitung: Eternal Network

Mit der freundlichen Unterstützung der ADAGP,  des Institut français Paris, des Institut français Deutschland/Bureau des arts plastiques, Région Centre-Val de Loire, ADIAF, Réseau Documents d’artistes. Mit bestem Dank an alle beteiligten Künstlerinnen für ihr Vertrauen sowie die Leihgeber, Institutionen, Galerien, Stiftungen und Sammler.

Agata Ingarden, The Arm, 2018, vidéo full HD, son

Katia Kameli, Futur, 2014, vidéo HD, © Adagp, Paris, 2019