Alle Beiträge von Institut Français

Elia-Rosa Guirous-Amasse

Als unabhängige Kuratorin und Autorin arbeitet Elia-Rosa Guirous-Amasse mit alternativen Räumen zusammen, die als Brutstätten radikaler Ideen wahrgenommen werden. Als echte Utopistin erforscht ihre Forschung die Nuancen kolonialer Vorurteile innerhalb der Technomächte und steht in der Tradition derjenigen, die kuratorische Praxis als ökologisches und soziales Engagement betrachten.
Nach ihrem Abschluss des Masterstudiengangs „Administration of Visual Arts“ an der New York University im Jahr 2022 und dem Erhalt des Robert and Nelly Gibson Fellowship untersucht sie in ihrer Diplomarbeit die Beziehungen zwischen den französischen Institutionen für zeitgenössische Kunst und den Künstlern der algerischen Diaspora – ein Forschungsfeld, das sie durch ihre Schriften und ihre Nähe zu den Künstlern der SWANA-Diaspora (Südwestasien und Nordafrika) weiter vertieft.

In New York bildete sie sich an der Seite von Charles Aubin und Roselee Goldberg bei Performa als Assistant Curatorice aus. Im darauffolgenden Jahr gründete sie Connected Matter, ein Kunst- und Kuratorenkollektiv, das die Rolle der Technologie in der Kunst unter dem Blickwinkel des Cyberfeminismus untersucht. Mit der Unterstützung des Goethe-Instituts startete das Kollektiv seine dritte Ausgabe in Kopenhagen mit We Run Together Through The Virtual Quarries, einer Ausstellung, die die Verbindungen zwischen Bergbau, Technologie und grünem Kapitalismus hinterfragt.
Vor kurzem unterstützte sie die Künstlerin Danielle Freakley und den Kurator Raimundas Malasauskas beim Pavillon der Seychellen auf der 60. Biennale von Venedig. Iel verfasst häufig Artikel für verschiedene Zeitschriften. Derzeit entwickelt sie ein Programm mit Debatten und Performances für den Kulturraum Simian in Kopenhagen, das sich auf die Ökologie des Widerstands konzentriert.

www.eliarosaguirousamasse.com

Fotokredit : Léa Hasbroucq

Lila Torquéo

Lila Torquéo (1994) ist eine unabhängige Kuratorin und Autorin, die in Paris und Brüssel lebt. Ihre Arbeit nimmt in Ausstellungen, Editionen und Modellen Gestalt an. Kürzlich kuratierte sie The Airbag generation bei Medusa (Brüssel), das sich mit den erotischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Haut rund um die Figur Lolo Ferraris befasste. Sie interessiert sich für die intimen und politischen Dimensionen von häuslichen und fleischlichen Architekturen, die im Mittelpunkt der Ausstellung CRÛ im Palais des Beaux-Arts in Paris stehen. Sie hat sich in den Geist der bürgerlichen Bohème der Cité Montmartre (Paris) eingemischt, wo sie mehrere Ausstellungen kuratiert hat, darunter La Fondation Giacobetti, eine Miniaturinstitution, in der die Ausstellung von Nastassia Kotava und Darya Danilovitch stattfand. In der Ausstellung Attaches parisiennes pour poignée de porte machte sie das Puppenhaus zu einer Methode, um die Räume der Villa Belleville (Paris) und die Verbindungen der dort ansässigen Künstlerinnen und Künstler neu zu überdenken. Ihr Interesse an der Verwendung von Wiederaneignung in künstlerischen und militanten Praktiken fließt in die Ausstellung/Edition ein, die sie gemeinsam mit Lou Ferrand während ihres Aufenthalts an den Beaux-Arts in Paris in Zusammenarbeit mit Act Up-Paris und der Académie Gay & Lesbienne kuratiert hat. Zusammen mit Lou Ferrand war sie Gastrednerin im Seminar von Clara Schulmann (Beaux-Arts de Paris) über die Werke von Kathy Acker und Mélanie Matranga sowie von Vincent Romagny (École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Lyon), um über das ausgestellte Archiv zu diskutieren. Sie bereitet die Ausstellung der Absolventen/-innen der École Supérieure des Beaux-Arts de Montpellier vor. Lila Torquéo schreibt regelmäßig für Galerien, Künstler und Zeitschriften, darunter CRITIQUE D’ART. Sie arbeitete drei Jahre lang für das Kollektiv Art Session in der Programmabteilung des Centre Pompidou (Paris).

Andréanne Béguin

Andréanne Béguin, Kuratorin und Kunstkritikerin, erforscht und spielt mit den Ungereimtheiten und Schlacken des kapitalistischen Systems und des logistischen Denkens, indem sie sich mit vormodernen historischen Perioden, insbesondere dem Mittelalter, konfrontiert. Der transhistorische Ansatz und die mit Hilfe von Künstlern vorgenommenen Veränderungen von Zeit und Maßstab ermöglichen es, aus den Tiefen der Geschichte neue Erzählungen und Gegendiskurse hervorgehen zu lassen.

Sie ist diplomiert an der Sciences Po Paris, der Sorbonne und des Royal College of Art in London. Sie war stellvertretende Kuratorin am Barbican Centre und für die 34. Biennale von Sao Paulo. Sie war assoziierte Kuratorin am Cneai, Paris.
Als unabhängige Kuratorin wurde sie zu Gasworks, London (2021), CEAAC, Straßburg (2021), Centre Tignous, Montreuil (2023), La Graineterie, Houilles (2024), Espace le Carré, Lille (2024), Mécènes du Sud, Montpellier (2024) und Maison du Danemark, Paris (2024) eingeladen. Sie war Residenzkünstlerin in den Beaux-Arts, Paris (2022-2023), in der Maison Populaire, Montreuil (2024), in 40mcube, Rennes (2024). Sie ist Preisträgerin des Programms CURA des Cnap mit der Scène Nationale Carré-Colonnes (2024-2025), des Programms Nouveau Grand Tour des Institut Français der Niederlande (2024).
Als Kunstkritikerin schreibt Andréanne Béguin regelmäßig Beiträge für die Zeitschrift Zérodeux und hat für den Salon de Montrouge geschrieben. Sie ist Preisträgerin der Fördermaßnahme für Forschung in Kunsttheorie und -kritik des Cnap (2023).

Les Vitrines 2024 – Ausstellung „All das, wovon ihr ihr noch nie gehört habt“ – Arthur Gillet

Les Vitrines ist ein Ausstellungsraum, der der französischen Kunstszene gewidmet ist und vom Büro für bildende Kunst des Institut français Deutschland sowie vom Institut français Berlin eingerichtet wurde. In diesem Jahr übernimmt die Kuratorin Lisa Colin die künstlerische Leitung, das Studio Kiösk die visuelle Gestaltung.

Neue Sprachen

In diesem Jahr lädt der Ausstellungsraum Les Vitrines nacheinander die Künstler Arthur Gillet und Lou Masduraud ein, sich an einer romantischen Revolution zu beteiligen. Von Seidenmalerei bis hin zum Patinieren von Bronze geben sie mit ihren einzigartigen und sorgfältigen Methoden den traditionellen Fertigkeiten einen neuen Anstrich und bringen wunderbare Welten zum Vorschein, die bislang verborgen waren. Die eigens zu diesem Anlass geschaffenen Fresken erheben das lange Währende, die Verflechtung und die Wiederentdeckung der Seide und des Hörens zu unverzichtbaren Triebkräften für den Wiederaufbau einer gemeinsamen Welt.

Arthur Gillet, All das, wovon ihr ihr noch nie gehört habt

08.03. – 15.06.2024

Vernissage am Donnerstag, den 8. März 2024 um 19 Uhr und Performance von Arthur Gillet um 20 Uhr, Eintritt frei

Mit einer Seidenmalerei von 25 Metern Länge zeichnet Arthur Gillet seinen Werdegang nach, wissend um seine Schwierigkeit, sich an die Welt und andere anzupassen. Dieses persönliche und zugleich universelle Fresko zeugt vom Leben eines CODA – Child of Deaf Adults [hörendes Kind von gehörlosen Eltern] und offenbart oft unterschätzte Aspekte des Lebens von Gehörlosen und soziokulturelle Herausforderungen, die mit diesem Anderssein einhergehen. Mit einer Gruppe von Figuren überwindet das Werk die Sprachbarrieren und erkundet die Feinheiten der nonverbalen Kommunikation.

Mit einem Pfeil, der das Ohr von Arthurs Mutter durchbohrt, erinnert die Malerei an deren Hörverlust und an die Lebensabschnitte, die daraus folgten: ihre Erziehung im Kloster, wo man ihr verbot, sich in Gebärdensprache auszudrücken, ihre Beteiligung am Réveil Sourd („Erwachen der Gehörlosen“), einer Bewegung, die sich für die Rehabilitierung der französischen Gebärdensprache einsetzte, die Geburt von Arthur und seine schwierige Eingliederung in eine Welt zwischen Gehörlosen und Hörenden, die soziale Isolation, die Hänseleien und die Gewalt aufgrund des Andersseins, ehe beide, Mutter und Sohn, durch die neuen Technologien eine Form der Emanzipation fanden. Arthur Gillet ließ sich dabei von den Buchmalereien von Cristoforo de Predis inspirieren, einem gehörlosen Künstler des italienischen Mittelalters, insbesondere was die Verwendung von kräftigen Farben und die Darstellung von symbolischen Strukturen betrifft: Architektonische Elemente – Inklusorien, Kirchen, Tore, Türme – sind für die dargestellten Figuren, die von unsichtbaren Wesen geleitet werden, gleichermaßen Orte der Isolation und des Übergangs. Die Ikonographie offenbart die oft verschleierte Rolle der Religion in der Geschichte der Gehörlosen, in der die Gleichsetzung von Gehörlosigkeit mit geistiger Behinderung zum Wegsperren und zur Stigmatisierung der Betroffenen geführt hat. Die figurative Darstellung, eine Kunst, die bereits in den Kirchen zur Vermittlung des Inhalts eines Buches an eine analphabetische Bevölkerung angewandt wurde, beschränkte sich jedoch nicht auf einen rein pädagogischen oder schmückenden Aspekt. Die Fresken von Fra Angelico im Kloster San Marco waren als Stütze für den inneren Dialog gedacht. In der Kultur der Gehörlosen und der CODA ist die Überzeugung entstanden, dass das Bild über eine westliche (platonische, christliche oder moderne) Dialektik hinaus nicht das Substitut einer ihm überlegenen intellektuellen Wahrheit ist, sondern eine eigenständige, bedeutungsvolle und facettenreiche Ausdrucksform, die die Grenzen des gesprochenen Wortes überwindet.

Gehörlos oder CODA zu sein war dennoch bis 2005 gleichbedeutend damit, keine Muttersprache zu haben. Beim Mailänder Kongress von 1880 kamen 225 „Spezialisten“ zusammen, darunter nur drei Gehörlose, und fassten den Beschluss, die gesprochene Sprache auf Kosten der Gebärdensprachen zu fördern. Die Gebärdensprachen blieben bis 1991 verboten[1], ehe sie im Laufe der 2000er Jahre (in Frankreich im Jahr 2005) nach und nach in Europa als offizielle Sprachen anerkannt wurden. Der Oralismus verlangte von gehörlosen Menschen eine erzwungene Integration durch Nachahmung unter Anwendung von schmerzhaften und verstümmelnden Methoden (Apparate, Trepanationen). Er war Teil einer Pädagogik, die vorgab, dass man hören und sprechen können muss, ehe man schreiben lernen kann, und wertete die Fähigkeiten und die Intelligenz ab, die bei jedem Menschen individuell ausgeprägt sind. Mit ihm entwickelten sich Methoden des erzwungenen Lernens, nach dem Motto: Dieses Kind wird genau wie die anderen sein: Es wird hören und es wird sprechen[2]. Folglich herrschte 2003 in Frankreich unter den zwei Millionen von Geburt an gehörlosen Menschen ein massiver Analphabetismus von 80 %[3]. Dies betrifft auch die Mutter von Arthur, die 1971 den einzigen für sie realisierbaren Abschluss erlangte, einen Befähigungsnachweis in Hauswirtschaft. In den 70er und 80er Jahren beteiligte sie sich an der Bewegung Réveil Sourd, die sich im Schulterschluss mit den organisierten Kämpfen von Feminist*innen, Antirassist*innen, LGBTQ-Aktivist*innen und Kolonialismusgegner*innen, die für ihre Anerkennung und ihre Rechte eintraten, für eine zweisprachige Erziehung von gehörlosen Kindern stark machte. Durch diese Begegnung mit anderen Gehörlosen erlernte Arthurs Mutter im Alter von 17 Jahren ihre „natürliche Sprache“, die Gebärdensprache.

Indem er bisweilen traumatische Begebenheiten noch einmal abruft, macht Arthur Gillet wenig bekannte soziopolitische Zustände sichtbar und schafft Aufmerksamkeit für die häufig erfolgende Parentifizierung: Den CODA wird dabei die Rolle als Vermittler oder Elternteil im Kontakt mit einer in vielen Bereichen (Arbeitssuche, Übersetzung, Sozialisierung, Integration) ableistischen Gesellschaft von Hörenden auferlegt. Der Künstler stellt den bedeutenden Einfluss der technologischen Entwicklungen wie die Erfindung des Minitel-Systems, des Telefons, der Funk-Blitzlampe Lisa (die Töne als Lichtsignale wiedergibt) oder des Teletexts Antiope (für die Live-Transkription von Dialog und Ton aus Filmen, dargestellt mit einem Farbcode) heraus, die nicht nur die Kommunikation und soziale Integration erleichtert, sondern vor allem auch dazu beigetragen haben, dass gehörlose Personen selbstständiger leben können. In seinem Fresko entwickelt er eine vielschichtige Ikonographie des Unsichtbaren, in der die Technologie die Religion in den Hintergrund drängt: Die Engel werden durch verkündende Bildschirme ersetzt, der Glockenturm der Kirche durch einen Sendemast und die Heiligenstrahlen sind Funkwellen. Das 21. Jahrhundert wird damit zum Zeitalter der Magie, Dinge geschehen, ohne dass man ihre Funktionsweise versteht. Nach dem Vorbild von Hilma af Klint[4], deren Aufzeichnungen und Bilder vom Spiritismus geprägt sind, ist das Werk von Arthur Gillet ein Portal zu anderen Dimensionen, in denen Realität und Fantasie gleichsam existieren. Die Verwendung der figurativen Darstellung macht eine physische Kondition sichtbar, die es sonst nicht ist, und wirkt so deren „Monstrosität“, d. h. eben jener fehlenden Wahrnehmbarkeit, entgegen. Die neuen Technologien haben der Bewegung ebenfalls eine hohe Sichtbarkeit verschafft, eine selbstverwaltete politische Repräsentation nach dem Beispiel anderer Minderheiten.

Das von hinten beleuchtete Fresko nimmt Züge von Kirchenfenstern oder einer Leinwand an und folgt dem Ablauf eines Kinofilms: Wer an dem Ausstellungsraum vorbeigeht, entdeckt eine Abfolge von Bildern, die als stumme Zeugen des Lebens eines CODA zum Leben erwachen. Zwischen dem Anspruch, genau „wie die anderen“ zu sein und jenem, in seiner Besonderheit anerkannt zu werden, löst Arthur Gillet die Stereotype auf und stellt die Gehörlosigkeit nicht als ein Unvermögen dar, sondern als einen Unterschied auf körperlicher, intellektueller und emotionaler Ebene. All das, wovon ihr noch nie gehört habt ist ein visuelles Manifest; das ergreifende Zeugnis eines Kampfes für Inklusion und die Anerkennung der Gehörlosenkultur.

Lisa Colin

[1] Ab 1975 lehrten in der Île-de-France Vereine wie das IVT – International Visual Theatre die französische Gebärdensprache. Erst mit der „Fabius“-Gesetzesnovellierung von 1991 wurde den Familien das Recht zugesprochen, einen zweisprachigen Unterricht für ihre Kinder zu wählen. Dieses Dekret wurde jedoch kaum beachtet, sodass in der Folge lediglich 1 % der gehörlosen Schülerinnen und Schüler Zugang zu diesen Strukturen hatte.

[2] Marcelle Charpentier, Cet enfant sera comme les autres : il entendra, il parlera. Dès l’âge de la maternelle (Éditions sociales françaises, Paris, 1956).

[3] Brigitte Parraud und Carole Roudeix, „Bibliothèque, lecture et surdité“, BBF – Bulletin des bibliothèques de France (online abrufbar, 2004).

[4] Schwedische Malerin (1862-1944), die ihr Leben und ihre Arbeit der Erforschung des Unsichtbaren gewidmet hat

Arthur Gillet (geb. 1986, lebt und arbeitet in Paris) ist ein bildender Künstler und Performance-Künstler. Parallel zu seinem Studium an der École des beaux-arts de Rennes absolvierte er eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz im Musée de la danse. Er wuchs begleitet vom Prozess der geschlechtlichen Transition in einer gehörlosen und neurodiversen Familie auf, die vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt war. In seinem Werk vertieft Arthur Gillet die Themen Verlangen, Identität, sozialer Kampf und Medien; mit seiner Performance‑ und Happening-Kunst besetzt er öffentliche und institutionelle Räume. Er ist geprägt von Autorinnen und Künstlerinnen, die seine geschlechtliche Transition begleitet haben: Naoko Takeuchi, Jane Austen, Valtesse de la Bigne, Virginia Woolf, Murasaki Shikibu, Isabelle Queval, Geneviève Fraisse, Elisabeth Lebovici. Seine Arbeit hat Arthur Gillet sowohl in Frankreich als auch im Ausland präsentiert, unter anderem im CAC Brétigny, im Palais de Tokyo (Paris), in der PROXYCO Gallery (New York) und im Transpalette – Centre d’art contemporain de Bourges.

Website: https://arthurgillet.com/

Instagram: @arthurouge

Fotocredits: Kathleen Pracht

Kiösk ist ein Grafikdesignstudio mit Sitz in Ivry-sur-Seine. Das Duo, bestehend aus Elsa Aupetit und Martin Plagnol, entwirft visuelle Identitäten, Websites, Plakate, Editionen und Beschilderungen im Rahmen von öffentlichen und privaten Aufträgen. Sie haben außerdem den unabhängigen Verlag Dumpling Books gegründet.

Studio Kiösk 

Instagram : @studio_kiosk

Liberty Adrien

[LES VITRINES 2021]

Liberty ADRIEN ist unabhängige Kuratorin, Kunsthistorikerin und -kritikerin. Sie lebt und arbeitet zwischen Berlin und Paris.

Sie gründete 2015 das Kunstzentrum Âme nue in Hamburg, Deutschland, das sich dem zeitgenössischen Kunstschaffen widmet. Sie hat dort zahlreiche Ausstellungen kuratiert und unter anderem folgende Werke gezeigt: Ruth van Beek (2017), Sarah Feuillas (2015), Robin Hinsch (2019), Stefan Marx (2018), Moshtari Hilal (2019), Roman Moriceau (2016, 2019), Sarah Naqvi (2019), und Lu Yang (2018). Sie gründete die Künstlerbuch- und Kunstverlagsmesse STAPLED (2018, 2019) und mehrere Podiumsdiskussionsreihen: „In Conversation With“ und „Entering the Anthropocene“ (in Zusammenarbeit mit dem ZEIT-Journalisten Fritz Habekuß). Sie ist Mitbegründerin der Künstlerateliers Âme Nue in Paris und der Online-Buchhandlung für Künstlerbücher Liberty Matters Books, 2020.
In ihrer kuratorischen Praxis arbeitet sie mit Institutionen auf europäischer Ebene zusammen, darunter der Internationale Kulturaustausch – Behörde für Kultur und Medien Hamburg, das Institut français, das Goethe-Institut und das Centre Photographique Marseille. Sie ist Online-Redakteurin für den Kunstbuchverlag Hatje Cantz und Kunstkritikerin für das Online-Magazin für zeitgenössische Kunst PASSE-AVANT, das sich der aufstrebenden Kunstszene widmet.

Preisträgerin des Kuratorenstipendiums des Cnap (2016-2017) für ihre Studie zur Geschichte der Erwerbungen von Werken weiblicher Künstler für die französische nationale Kunstsammlung von 1791 bis heute. Ihre Forschung wurde in der Zeitschrift der Vereinigung AWARE: Archives of Women Artists, Research and Exhibitions, und im ARTE Journal (2020) vorgestellt. Sie hat mehrere Vorträge zu diesem Thema in Berlin und Frankfurt gehalten.

(Français) MISSION AU SEIN DE LA KUNSTHALLE PORTIKUS X LUCAS JACQUES-WITZ

In diesem Jahr wurde der junge Kurator Lucas Jacques-Witz ausgewählt, um in das Kuratorenteam der Kunsthalle Portikus in Frankfurt am Main aufgenommen zu werden. Er wird eng mit den Teams der deutschen Institution bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung PORTIKUS ART BOOK FESTIVAL und der Vermittlungsprogramme zusammenarbeiten.

Das PORTIKUS ART BOOK FESTIVAL, das vom 19. bis 23. Oktober 2022 parallel zur Internationalen Buchmesse in Frankfurt stattfindet, ist ein Projekt mit Ausstellungen, Workshops und öffentlichen Vorträgen, das die Arbeit unabhängiger und internationaler Kunstbuchverlegerinnen und -verleger ins Rampenlicht rücken und die zeitgenössische Praxis der Erstellung von Künstlerbüchern, Fanzines, Magazinen, Multiples usw. teilen und austauschen soll. Ihr Ziel ist es, eine Vielzahl von Schöpfern und Schöpferinnen zu präsentieren, ihre Arbeit auszustellen und sie innerhalb einer Ausstellungsszenografie, die eigens für diesen Anlass vom spanischen Architekturstudio MAIO entworfen wurde, miteinander in Dialog treten zu lassen. Die Präsentation der Bücher wird sich dort ständig verändern und die Besucher dazu einladen, mit Hilfe des Portikus-Teams neue Verbindungen zwischen den verschiedenen Praktiken des Verlagswesens herzustellen. Das PORTIKUS ART BOOK FESTIVAL wird auch eine Reihe von öffentlichen Diskussionen präsentieren, die sich auf die Vermittlung von Wissen und Erfahrungen internationaler Akteure im Kunstbuchverlagswesen konzentrieren. Für ein jüngeres Publikum werden in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Schule und Studenten der Städelschule künstlerische Workshops mit dem Schwerpunkt der Erstellung von Fanzines organisiert.

STAPLED

STAPLED ist eine einwöchige Veranstaltung, die als Plattform für Verlage experimenteller Kunst aus der ganzen Welt dienen soll. experimenteller Kunst aus der ganzen Welt dienen soll, um sich während der Frankfurter Buchmesse, der größten Buchmesse der Welt, zu treffen und Ideen auszutauschen. während der Frankfurter Buchmesse, der größten Buchmesse der Welt, Ideen auszutauschen. der Welt, zu treffen und Ideen auszutauschen. der Welt, zu treffen und Ideen auszutauschen. der Welt. STAPLED zielt darauf ab, eine Brücke zwischen den verschiedenen Szenen des Kunstverlagswesens zu schlagen. zwischen den verschiedenen Szenen des Kunstverlagswesens zu schlagen. Mit dem Schwerpunkt auf der Schaffung eines Dialogs zwischen internationalen Kunstverlegern wird eine Auswahl von Künstlern, Grafikstudios und internationalen Verlegern eingeladen, ihre Arbeit in einer eigens für die Ausstellung in Auftrag gegebenen Ausstellungsszenografie zu präsentieren. in einer eigens für die Ausstellung in Auftrag gegebenen Ausstellungsszenografie zu präsentieren. in einer eigens für die Ausstellung in Auftrag gegebenen Ausstellungsszenografie zu präsentieren. Die Art und Weise, wie wir uns heute mit Büchern beschäftigen, neu zu überdenken, wird ein Künstler oder Architekt eingeladen, eine eigens für diesen Anlass in Auftrag gegebene Ausstellungsszenografie zu entwerfen. wird ein Künstler oder Architekt eingeladen, eine eigens für diesen Anlass in Auftrag gegebene Ausstellungsszenografie zu entwerfen. Diese einzigartige Szenografie steht im Mittelpunkt der allerersten Portikus-Präsentation über die Praxis des Kunstverlagswesens. Portikus-Präsentation über die Praxis des Kunstverlagswesens. Es wird von entscheidender Bedeutung sein, sich aufeinander und auf die präsentierten Bücher einzulassen. Das Ziel von STAPLED Das Ziel von STAPLED ist es, eine kohärente Familie von Buchgestaltern zu präsentieren, indem ihre Arbeiten gemeinsam ausgestellt werden und im Rahmen einer Ausstellung miteinander in Dialog treten. indem ihre Arbeiten gemeinsam ausgestellt werden und im Rahmen einer Ausstellung miteinander in Dialog treten. in der Haupthalle des Portikus. Die Präsentation der Bücher wird sich ständig ändern und die Besucher dazu einladen, neue Grenzen zwischen den verschiedenen Ansätzen des Verlagswesens zu ziehen. Die STAPLED-Ausstellung ist kostenlos und wird von verschiedenen Signierstunden mit lokalen und internationalen Künstlern und Autoren begleitet, die den ganzen Tag über stattfinden werden.

LES VITRINES 2022 | Ausstellung des Duos Ferruel & Guédon

19 Oktober 2022 – 08 Januar 2023

AFFG ist ein französisches Künstlerinnenduo, bestehend aus Aurélie Ferruel (geb. 1988) und Florentine Guédon (geb. 1990), das seit etwa zehn Jahren in den Bereichen Skulptur und Performance-Kunst zusammenarbeitet. Ihre Arbeit, die durch volkstümliche Riten und regionales Fachwissen bereichert wird, stützt sich auf althergebrachte Traditionen, die sie zu überwinden versuchen. Für Les Vitrines des Institut français Berlin hinterfragt das Duo die Rolle dieses Kunstraumes Vitrine: ein heiliger Ort, ein Ausstellungsraum, ein kommerzieller Ort, ein Raum des Schutzes, der Versuchung und der Aufbewahrung. Das Künstlerduo AFFG beschäftigt sich mit dem Platz einer lebenden Welt, verborgen unter eine Glasglocke, die ihrer natürlichen Entwicklung beraubt ist. Die erdachte Szenografie hinterfragt unsere sensorische Verbindung in einer krisengebeutelten Zeit und entstaubt den traditionellen Raum des Ausstellungsortes, um zu einem Schauplatz neuer Geschichten zu werden.

LES VITRINES 2022 | Philipp Röcker – Sentimental building

08. Juni 2022 – 09. Oktober 2022

Für die Ausstellung Sentimental building präsentiert der Künstler zum ersten Mal eine Reihe von Bronzearbeiten in verschiedenen Größen und Formen, die den sorgfältigen und achtsamen Umgang mit Materialien widerspiegeln. Dies gelingt ihm in verschiedenen Etappen, bei denen es darum geht, Vergängliches in Unvergängliches zu verwandeln. So zeichnet er zum Beispiel mit dem Finger Formen in den Sand, die erst in Wachs und anschließend in Bronze gegossen werden. Jedes Ausstellungsstück bedarf der besonderen Aufmerksamkeit des Betrachters – egal ob auf dem Boden liegend oder an die Wand gelehnt –, um die sanften Unregelmäßigkeiten ebenso wie die Zerbrechlichkeit eines robusten Materials zu erkennen. Die erhöhten Vitrinen richten unseren Blick auf eine Vielzahl von Werken, die in Abhängigkeit von ihrer Kombination ein Repertoire verschiedener Formen bilden – einen Buchstaben, ein Volumen, einen Abguss. Der Künstler verbindet seine gefühlsbetonten Arbeiten mit paläolithischen Werken, von denen die meisten noch heute rätselhaft sind. Er bietet dadurch die Gelegenheit, selbst zum Bildhauer zu werden, und stellt die erhabene Bronze der einfachen Geste gegenüber.

LES VITRINES 2022 | Raphaël Larre – Innerer Wald

Die seit 2021 initiierten „Les Vitrines“ sind ein Ausstellungsraum, der der französischen Kunstszene gewidmet ist und vom Büro für Bildende Kunst des Institut français Deutschland und dem Institut français Berlin eingerichtet wurde. In diesem Jahr übernimmt die Kuratorin Anne-Laure Lestage die künstlerische Leitung von „Les Vitrines“ und das Studio Haberfeld die visuelle Identität.

18. Februar 2022 – 29. Mai 2022

Auf der Suche nach neuen Formen der Strichmalerei widmet sich der französische Künstler Raphaël Larre dem Zeichnen. Seine auf Papier gebrachten Studien, die von der Bewegung geleitet sind und als Zeichnung oder Performancekunst Ausdruck finden, zeigen die Dinge des Lebens – die Straße, die Menschen, die Natur – wie sie sind. Raphaël Larre zeichnet spontan, außerhalb seines Ateliers, um so die Vergänglichkeit mit Leichtigkeit zu erfassen.Das für Les Vitrines gefertigte Wandbild Innerer Wald behandelt die grundlegende Frage nach dem Platz der Natur in unseren Städten. Durch die Kombination von Pflanzenzeichnungen, die in einem Berliner Park entstanden sind, und deutschen dekorativen Motiven, die im Atelier bearbeitet wurden, überlagert der Künstler die Linien im gleichen Maße wie er sie einander gegenüberstellt. Eine Tapete, die üblicherweise in prunkvollen Innenräumen zu finden ist, wird auf vielerlei Weise zerrissen, um eine überbordende, mit Zeichenkohle bearbeitete Vegetation zu enthüllen. Im Widerspruch zwischen dem häuslichen Umfeld und der wilden Natur erinnert die lebhafte Geste des Künstlers daran, dass unsere Handlungen sowohl eine politische als auch eine poetische Seite haben können.