Alle Beiträge von Institut Français

Fanny Testas

[LES VITRINES 2023]

Fanny Testas, geboren 1994, lebt in Paris und Brüssel. Sie ist freiberufliche Ausstellungskuratorin und Produktionsbeauftragte für die Kulturstätte La Station – Gare des Mines und den Verein BrutPop. Darüber hinaus ist sie Ko-Koordinatorin des Web-Radiosenders Station Station. Fanny Testas war bereits für die unterschiedlichsten Veranstaltungen, Kulturstätten und -medien in Frankreich und im Ausland tätig. Darunter: MAC de Créteil, Centquatre-Paris, La Villette, Centre Pompidou, Cnap, France Culture, Radio Grenouille und die Académie de France à Rome – Villa Médicis.

Mit ihren künstlerischen und kuratorischen Projekten setzt sich Fanny Testas für Inklusion, Gerechtigkeit, Zusammenarbeit und für die Übermittlung von Wissen und Kulturpraktiken ein. Dabei stehen immer wieder gesellschaftliche, ökologische, historische und politische Fragestellungen und Probleme im Fokus.  Derzeit erforscht Fanny Testas die Verbindungen zwischen zeitgenössischer Kunst und Science-Fiction: Wie können Künstler:innen, die in die Zukunft blicken, die unruhigen Zeiten der Gegenwart widerspiegeln?

 

@fanny.testas

Les Vitrines 2022

Die seit 2021 initiierten „Les vitrines“ sind ein Ausstellungsraum, der der französischen Kunstszene gewidmet ist und vom Büro für Bildende Kunst des Institut français Deutschland und dem Institut français Berlin eingerichtet wurde. In diesem Jahr übernimmt die Kuratorin Anne-Laure Lestage die künstlerische Leitung von „Les vitrines“ und das Studio Haberfeld die visuelle Identität.

Der von Anne-Laure Lestage für Les vitrines 2022 erdachte Vorschlag lädt das ganze Jahr über und durch drei Ausstellungen französische Künstlerinnen und Künstler ein, die in ihrer solo oder duo Praxis auf erweiterte Weise über das wilde Schreiben nachdenken. Der gleichnamige Titel von Mallarmés Hirtengedicht und Nijinskis bestialischer Choreographie, Nachmittag eines Faunes, preist eine Kreatur, halb Mensch, halb Tier, die ihrem Verlangen nachjagt. Durch freie und intuitive Formen offenbaren die Künstler auf zerbrechliche, sanfte und brutale Weise die Andersartigkeiten zwischen den lebenden Welten. Dieses ländliche Präludium findet sich hier an einer Berliner Straßenkreuzung wieder, wie eine Ruderalpflanze, die zwischen den Rissen im Zement wächst. Mensch und Tier, häuslich und instinktiv sind durch ein Spiel mit zweideutigen Darstellungen, Gesten und Materialien miteinander verwoben. Les vitrines versuchen, über die Frage der Wildnis nachzudenken.

Programm 2022

Kuratiert von Anne-Laure Lestage.
Grafische Gestaltung von Studio Haberfeld.

Ausstellung von Raphaël Larre „Forêt intérieure“, 18 Februar – 29 Mai 2022.
Weitere Informationen

Ausstellung von Philipp Röcker „Sentimental Buildings“ 8 Juni – 9 Oktober 2022.

Ausstellung von Ferruel-Guédon 14. Oktober 2022 – 8 Januar 2023.

Anne-Laure Lestage

[LES VITRINES 2022]

Anne-Laure Lestage (geb. 1987) lebt und arbeitet im Baskenland und in Paris. Sie ist Kunsthistorikerin, unabhängige Ausstellungskuratorin und Galeristin. Als Absolventin der École du Louvre in Paris hat sie mehrere Jahre in Museen und Kultur-Unternehmen (Galliera, Hermès, Galeries Lafayette) gearbeitet, um in Frankreich und weltweit künstlerische Kooperationen auf den Weg zu bringen.

Seit 2018 entwickelt sie als Freiberuflerin eine kuratorische Praxis, die zeitgenössische Kunst, dekorative Kunst und Kunsthandwerk miteinander verbindet. Dabei setzt sie sich insbesondere mit Themen im Zusammenhang mit dem Anthropozän und häuslicher Kunst auseinander. 2019 gründet sie in Biarritz den Ausstellungsraum a mano studio mit dem Ziel, zeitgenössische künstlerische Praktiken wieder für das überlieferte Know-how zu öffnen.

2022 wird sie vom Institut français Berlin eingeladen, den Ausstellungsraum VITRINES zu kuratieren. Als Reaktion auf die Umweltkrise und die Unsicherheit unserer Zeit stellt sie drei französische Künstler vor, die in ihrer Praxis primitive, verderbliche oder vergängliche Materialien verwenden. Die „Vitrines“ sind nicht mehr Schaufenster, sondern Ausstellungsraum. Damit soll das Bewusstsein für den Aufbau einer anderen Welt geschärft werden, die sich einfacher, bescheidener Produktionsmethoden unter Achtung der Lebewesen bedient.

Amandine Croset

Amandine Croset

Geboren 1993 in Oullins, lebt und arbeitet derzeit in Berlin.

Sie verfügt über einen Masterabschluss in Kommunikation und Planung kultureller Projekte der Universität Avignon und ist heute Development Manager für ein französisches Unternehmen, das auf die Verwaltung von Museumssammlungen in Berlin spezialisiert ist. Sie hat verschiedene Funktionen in musealen Einrichtungen in Frankreich und Deutschland ausgeübt und betreut nun in selbstständiger Tätigkeit künstlerische und kulturelle Projekte.

Im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES wirkt Amandine Croset in enger Zusammenarbeit mit dem Bureau des arts plastiques an der Reihe „Point de Vue“ mit, bei der französische Kreative, die sich in Deutschland niedergelassen haben, in Videoportraits vorgestellt werden.

Arnaud und Maëva Grapain

Die Geschwister Maëva (geb. 1992) und Arnaud (1989) bilden gemeinsam das Collectif GRAPAIN. Sie leben und arbeiten in Paris und Hannover.

Als unabhängige Künstler und Kuratoren befassen sich die beiden Mitglieder des Collectif Grapain mit fiktionalen und dystopischen Stoffen. Ihre Überlegungen sind darauf ausgerichtet, neue Ökosysteme hervorzubringen, in denen aus Zerstörung Neues entsteht.

Zwischen 2016 und 2017 kuratierten sie gemeinsam mit Offshore verschiedene Gruppenausstellungen in der Galerie Reformer Art und dem Kunstraum Basement 6 in Shanghai (China). Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich organisierten sie in einer ehemaligen Markthalle der Halle Roublot in Fontenay-sous-Bois, die zu einem Kunstzentrum umfunktioniert wurde, die Gruppenausstellung BAZAAAAR, welche den Kunstmarkt hinterfragt.

Seit 2020 arbeiten sie mit alternativen Orten und Offspaces zusammen. Mithilfe des Programms Jeunes Commissaires entwickelt das Collectif GRAPAIN derzeit ein Ausstellungsprogramm im Nachbarschaftsladen Kö20 in Hannover, einem in Selbstverwaltung betriebenen Kunstraum, um in Frankreich und Deutschland wohnhaften Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern ihre ersten Einzelausstellungen zu ermöglichen.

Weitere Informationen über das Grapain-Kollektiv: https://collectifgrapain.com/

Foto: Sven-Julien Kanclerski

Lena Peyrard

Lena Peyrard (*1993) lebt und arbeitet in Paris.

Nach ihrer Tätigkeit als Programmgestalterin im Palais de Tokyo und im Centre Pompidou hat sie sich als Kuratorin selbständig gemacht, um ihre eigenen Ausstellungs- und Schreibprojekte voranzubringen.

In ihrer kuratorischen Arbeit befasst sich Lena Peyrard mit überwindbaren Grenzen, Stimmenüberschneidungen und Schnittstellen zwischen Registern und Praktiken. Dazu gehören Themen wie: das poetische Schreiben innerhalb der Videoerstellung (Paysages Alentour, Centre Pompidou, 2020), der Übergang von der Realität zu einer Fiktion, die unsere Existenzbedingungen in Frage stellt (Upside Down, DOC!, 2021), das Märchen in den vielfältigen Ausdrucksformen der bildenden Kunst (Chemins de Traverse, Espace Voltaire, 2021) oder das Künstleratelier, theatralisch betrachtet (:Tiens, il est neuf heure, ChezKit, 2021). Peyrards kuratorischer Ansatz ist das Ergebnis einer sehr sorgfältigen Beobachtung der künstlerischen Praktiken von heute. Die Kuratorin richtet einen intimen und zugleich kollektiven Blick auf die Gegenwart und auf die Art und Weise, wie reale Begebenheiten unsere Vorstellungskraft beeinflussen.

Lena Peyrard veröffentlicht regelmäßig Porträts von Künstlern und Interviews in verschiedenen Fachzeitschriften (z.B. Point contemporain).